wer |
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SolistInnen:
Ursula Langmayr, Sopran Gernot Heinrich, Tenor Klemens Sander, Bass
Michael Brüssing, Viola da Gamba
Albert Schweitzer Chor capella lutherana Leitung: Matthias Krampe |
Johann Sebastian Bach und Wilhelm Friedemann Bach |
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"Die Himmel rühmen die Ehre Gottes", BWV 76
"Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste", F 89 "Wohl dem, der den Herren fürchtet", Fk 76 |
Theologische Hinführung |
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Pfr.in Dr.in Ines Knoll |
wann und wo |
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am 12. Juni 2010 um 19.30 Uhr |
Kartenpreise des Chorkonzerts |
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Kategorie A: EUR 22,--, Ermäßigung EUR 17,-- Kategorie B: EUR 17,--, Ermäßigung EUR 12,--
Ermäßigungsbedingungen siehe Startseite der "Vorschau" |
2010 ist nicht nur Schumann-/ Chopin-Jahr, auch Johann Sebastian Bachs ältester Sohn feiert runden Geburtstag: Wilhelm Friedemann wurde vor genau 300 Jahren geboren. Unter seinen Geschwistern galt er als der Höchstbegabte; gerühmt von Zeitgenossen als „größter Organist der Welt“ und genialer Improvisator war ihm dennoch keine große Karriere vergönnt, sein Charakter war wohl zu eigenwillig und schwierig und die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für eine solche Künstlergestalt im aufkommenden „Sturm und Drang“ noch nicht genügend entwickelt. Bis heute stehen daher seine Werke unverdientermaßen im Abseits der Konzertprogramme, auch im Wiener Kulturleben findet er kaum Beachtung.
Musik am 12ten gibt nun die seltene Gelegenheit, die höchst virtuosen, für den Chor extrem anspruchsvollen Kantatenkompositionen aus seiner Hallenser Zeit als Musikdirektor und Organist kennen zu lernen. Dabei wird „Es ist eine Stimme eines Predigers“ wohl erstmals in Österreich aufgeführt, bislang ist das Werk nicht ediert greifbar, es findet sich nur eine handgeschriebene Partitur im Bach-Archiv Leipzig, die uns vom derzeit wichtigsten Wilhelm-Friedemann-Bach-Forscher, Dr. Peter Wollny, freundlicherweise überlassen wurde.
Faszinierend ist, wie Wilhelm Friedemann an das Vorbild seines Vaters anknüpft, gleichzeitig dabei in Faktur, wie Stimmumfängen, wie kontrapunktischer Verdichtung die ohnehin schon virtuose Setzweise des Vaters zu übertreffen sucht. Gerade zum großartigen BWV 76, von Johann Sebastian als zweite Kantate nach seiner Ernennung zum Thomaskantor in Leipzig kurz nach Pfingsten 1723 höchst ambitioniert komponiert, gibt es erstaunliche Parallelen bis ins Detail. So freue ich mich ganz besonders, diese Werke, besetzt mit erstklassigen Solisten und historischen Instrumenten einander gegenüber stellen zu können.